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Neujahrsgruß des Bürgermeisters

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, 
sehr verehrte Mitglieder unseres Gemeinderats, Jugendgemeinderats und der Verwaltung, der Feuerwehr, der Kirchen und Glaubensgemeinschaften, der politischen Parteien, der Vereine und Institutionen, der Wirtschaft,
sehr geehrte Damen und Herren,

„Alles nimmt ein gutes Ende für den, der warten kann.“ (Leo Tolstoi)

Das Zitat des russischen Schriftstellers Leo Tolstoi finde ich sehr treffend für unsere aktuelle Situation wie auch für das vergangene Jahr. 2020 hat uns vor allem eines abverlangt: Geduld. Als Anfang März die erste Corona-Welle nach Deutschland schwappte, begann nach dem Schock und einer anfänglichen Hektik das große Warten. Für die meisten Bürgerinnen und Bürger war es eine völlig neue und deprimierende Erfahrung, dass das öffentliche und auch private Leben derart zum Stillstand kam. Doch mit der Hoffnung auf steigende Temperaturen und sinkende Infektionszahlen haben wir alle diese erste Krise relativ gut gemeistert. Den Sommer über arrangierten wir uns einigermaßen mit dem neuen Virus, das Leben wurde zum Großteil nach draußen verlegt und man konnte fast so etwas wie Normalität spüren. Experten schauten aber bereits damals mit bangem Blick auf den nahenden Herbst und Winter. Wie sie vorhergesagt hatten, erreichte uns eine zweite Welle. Bitten und Appelle von Politik, Pandemie-Experten sowie engagierten Bürgerinnen und Bürger wurden von vielen, aber leider nicht von allen ernst genommen. Und so kam es nun Anfang Dezember zum zweiten Lockdown inklusive einer Verlängerung Anfang Januar.

Aktuell ist die Situation kritisch, das kalte Wetter hält die Menschen drinnen, die Krankenhäuser gelangen an ihre Kapazitätsgrenzen, das systemrelevante Personal ist ausgebrannt und die Bevölkerung erschöpft und frustriert. Doch es gibt Hoffnung: Kurz vor Weihnachten wurde der erste Impfstoff zugelassen, mit welchem Teile der besonders verletzlichen Gruppen auch bereits versorgt werden konnten. Klar ist aber auch: Es wird noch dauern, bis jede Bürgerin und jeder Bürger eine Impfung gegen das Corona-Virus erhalten kann. Wir müssen also weiterhin geduldig und diszipliniert bleiben, dann kann diese historische Krise noch ein gutes Ende nehmen. Deshalb meine Bitte: Lassen Sie nicht locker, verhalten Sie sich weiter vernünftig und rücksichtsvoll und befolgen Sie sehr konsequent die Regeln.

Die Infektionszahlen im Landkreis Ludwigsburg und auch für Korntal-Münchingen sind zwar in den letzten zwei Wochen zum Glück gesunken, doch dies liegt unter anderem an den Feiertagen und der verzögerten Übertragung der Testergebnisse aus Laboren und Ämtern. Wir alle kennen inzwischen die Regeln der Corona-Verordnung, nach denen wir uns zu verhalten haben. Aber es gibt nach wie vor die ein oder andere „Grauzone“ im Privaten. Deshalb sollten wir uns aktuell bei jeder Situation selbst die Frage stellen: „Besteht in diesem Moment eine erhöhte Ansteckungsgefahr?“ Damit schützt sich jeder selbst – und auch die anderen. Für den Neujahrsempfang 2021 hätte die erhöhte Ansteckungsgefahr zweifelsohne bestanden. Dies hätte auch so bewertet werden müssen, würde die Corona-Verordnung derzeit nicht ohnehin alle Veranstaltungen untersagen. Natürlich hätte ich viel lieber von Angesicht zu Angesicht zu Ihnen gesprochen und mit Ihnen gemeinsam bei einem Gläschen Sekt auf das neue Jahr angestoßen. Bis zum nächsten Neujahrsempfang brauchen wir noch etwas Geduld – der Termin steht schon in meinem Kalender. Lassen Sie mich bis dahin traditionellerweise eine Rückschau auf einige herausragende Projekte geben, die uns 2020 beschäftigt haben, und dabei auch den Blick in die Zukunft 2021 wagen, denn selbstverständlich wird die Stadtverwaltung Korntal-Münchingen nicht einfach warten, bis die Pandemie vorbei ist.

Ein großes Thema 2020, was auch einiges an Geduld gefordert hat, war sicherlich die Entscheidung für den Bau einer neuen Mehrzweckhalle in Münchingen und der damit einhergehende Abriss der Albert Buddenberg-Halle. Ende Juli 2020 stimmte der Gemeinderat mehrheitlich für einen Bau nach dem sogenannten Szenario 1, Variante 1. Nach der Sommerpause wurde der ebenfalls beschlossene Planungsbeirat das erste Mal einberufen, und in fünf Sitzungen bis Ende des Jahres erarbeiteten Vertreterinnen und Vertreter von Stadt, Gemeinderat, Schulen, Vereinen und Ortsansässigen anhand von Fragen zu den Themen Sport, Kultur und Außenanlagen die Grundlagen für die Funktionale Leistungsbeschreibung Auch 2021 bleibt es bei diesem Thema spannend, denn nun stehen die Entscheidung im Gemeinderat und anschließend die Ausschreibung des Planungswettbewerbs an.

Auch sonst hat die Stadtentwicklung in 2020 wieder eine große Rolle gespielt: Im Juli fiel mit einem Spatenstich der Startschuss für den Baubeginn am Feuerseeweg in Korntal. Hier soll Wohnraum für bis zu 40 Bewohnerinnen und Bewohner entstehen. In Münchingen wurden im Dezember 2020 die Erschließungsarbeiten für das Neubaugebiet „Südlich Werre“ abgeschlossen. Zusammen mit Grundstücken im Neubaugebiet „Korntal-West“ lief bis Ende Dezember die Bewerbungsrunde für das erste Kontingent an Bauplätzen. Die Nachfrage nach den 15 städtischen Baugrundstücken war riesig: Mehr als 230 Bewertungen gingen ein, die nun ausgewertet werden. Im Frühjahr 2021 soll die zweite Verkaufsrunde an den Start gehen.

Auch in die Ortskernentwicklung in Münchingen kam wieder Bewegung: Der Gemeinderat stimmte zu, dass die Stadtverwaltung mit einem neuen Projektpartner, Mörk Immobilien GmbH, einen Kaufvertrag für das Areal Stuttgarter Straße/Kronenstraße abschließt. Bedingung hierfür ist nach wie vor die Ansiedlung eines Vollsortimenters, welcher den Münchinger Bürgerinnen und Bürgern das Einkaufen erleichtern und den Ortskern weiter aufwerten soll.

Eine gute Infrastruktur ist ein zentraler Baustein für die Attraktivität einer Stadt. Deshalb haben wir im Jahr 2020 weiter in diese investiert. So wurde die Elektromobilität gefördert, indem weitere Säulen in Kallenberg und Münchingen installiert wurden. Außerdem hat die Telekom Glasfaseranschlüsse für einen großen Teil der Korntal-Münchinger Haushalte bereitgestellt.

Auch für die Kinder und Jugendlichen wurde etwas getan: Die naturwissenschaftlichen Räume des Gymnasiums wurden saniert, der Johannes-Völter-Kindergarten bekam neue Spielgeräte und auch die Spielplätze in Kallenberg und Müllerheim wurden wieder fit gemacht. Außerdem wurde die Sportkita SportNest in Münchingen erweitert, sodass hier in Zukunft mit insgesamt 70 Betreuungsplätzen mehr als doppelt so viele Kinder wie vor dem Umbau spielen und Spaß haben können.

Kurz vor Weihnachten wurde die Stadt Korntal-Münchingen dann noch reich beschenkt: Mitte Dezember erhielt sie vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur den Zuwendungsbescheid über 611.000 Euro auf ihre Bewerbung für das Förderprogramm „Modellvorhaben des Radverkehrs“, mit welchem die Neuordnung der Mobilitätsinfrastruktur am Bahnhof Korntal zu 80 Prozent finanziert werden kann. Das Projekt soll die Attraktivität des Radfahrens in Korntal-Münchingen mittels eines Fahrradparkhäusles sowie abschließbarer Fahrradboxen steigern und den Radverkehr geschickt mit dem ÖPNV verbinden. Außerdem wird in diesem Zuge auch der Bahnhofsvorplatz neu gestaltet und mit Maßnahmen wie kühlender Wasserinfrastruktur sowie vermehrter Durchgrünung nicht nur attraktiver, sondern auch klimafreundlicher werden.

Zu klimafreundlichen Maßnahmen gehört auch eine gute ÖPNV-Anbindung. Deshalb hat es mich 2020 sehr gefreut, dass die Fahrtzeiten der Strohgäubahn ausgeweitet und Kallenberg an den Nachtbus angebunden wurde. Sobald das Nachtleben in Stuttgart wieder starten kann, müssen unsere Jugendlichen nicht mehr am Porscheplatz abgeholt werden oder gar allein durch die dunkle Nacht nach Kallenberg laufen. Die neue Nachtbuslinie ist mit ein Verdienst unseres Jugendgemeinderates, welcher die Interessen der jungen Menschen engagiert vertritt. Dieser Einsatz hat eine Belohnung verdient.

Klimaschutzthemen sind in Korntal-Münchingen sehr präsent - auch im Kontext der Nachhaltigkeit, das zeigen viele Projekte und auch Diskussionen im Gemeinderat. Deshalb war es nur logisch, dass die Stadt in diesem Jahr dem Kompetenznetz „Klima mobil“ beitrat, welches eine wichtige Plattform zum Austausch über Mobilität darstellt, gerade auch vor dem Hintergrund der Erreichung von Klimaschutzzielen.
In diesem Jahr wurde im Gemeinderat außerdem beschlossen, die „Agenda 2030“ zu unterzeichnen. Damit identifiziert sich die Stadt Korntal-Münchingen auf kommunaler Ebene mit den 17 Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen und bekräftigt ihr Bestreben, nachhaltiges Agieren weiter zu fördern.

Was während der Pandemie uns allen nochmals besonders bewusst geworden sein dürfte, ist die große Bedeutung der Digitalisierung: Ob Homeoffice, Facetime, Corona-Warn-App oder Online-Shopping - am Internet und digitalen Strukturen kommt man nicht vorbei. Deshalb ist es mir ein großes Anliegen, auch die Digitalisierung der Stadtverwaltung weiter voranzutreiben. Letztes Jahr hat der Gemeinderat die Auswahl der Agentur für den Relaunch unserer städtischen Website getroffen. Die neue Website soll nicht nur schöner, sondern vor allem auch funktionaler werden und so den Service und die Verfügbarkeit der Verwaltungsleistungen für die Bürger verbessern. Ende letzten Jahres konnten wir außerdem die sehr wichtige Stelle der Digitalisierungsbeauftragten besetzen. Teresa Missenhardt hat letzte Woche ihre neue Tätigkeit aufgenommen und wird die internen und externen Prozesse optimieren.

Wie Sie außerdem vielleicht schon bemerkt haben, steht nun ein blau-gelber Kasten vor dem Rathaus Korntal: unser neues Ausweisterminal. Damit haben Sie, liebe Bürgerinnen und Bürger, nun rund um die Uhr die Möglichkeit, Ihre Ausweisdokumente und Reisepässe kontaktlos abzuholen. Weitere Informationen dazu gibt es auf der Website der Stadt Korntal-Münchingen unter Stadtverwaltung/Bürgerservice. Und wenn die Nachfrage den Erwartungen entspricht, werden wir dieses Angebot auch zeitnah in den Stadtteilen Münchingen und Kallenberg installieren.

Auch bezüglich der Personalien gab es die eine oder andere Veränderung: Im Februar 2020 startete die neue Leiterin des Fachbereichs Finanzen, Kristina Nolde. Im Sommer verließ außerdem der Leiter des Fachbereichs Familie, Bildung und Soziales, Michael Siegel, nach insgesamt 10 Jahren die Stadtverwaltung. In Dr. Catharina Vögele konnte eine Nachfolgerin gefunden werden, welche seit September an Bord ist. Bei der Freiwilligen Feuerwehr Korntal-Münchingen gab es ebenfalls einen Personalwechsel: Jürgen Hieber übernahm die Amtsgeschäfte von Kommandant Thomas Bräuner.

Hinsichtlich Kultur und Veranstaltungen war das Jahr leider sehr dürftig, was an der Corona-Pandemie und keineswegs am Engagement der Vereine und Kulturtreibenden lag, denn viele Pläne waren schon 2019 geschmiedet und tolle Events vorbereitet worden. Nach dem Neujahrsempfang 2020, der noch wie gewohnt stattfinden konnte, fielen alle anderen Feste, Feiern und der Großteil der kulturellen Veranstaltungen der Corona-Pandemie und ihrer Bekämpfung zum Opfer. Immerhin konnte der Musikverein Münchingen nach einigen Planänderungen und im stark verkleinerten Rahmen im September doch noch sein 100-jähriges Jubiläum würdigen. Doch ich bin mir sicher, das Herzblut der Mitglieder und Freunde von Kultur- und Vereinsleben wird helfen, die Krise zu überstehen und danach mit frischem Enthusiasmus weiterzumachen.

Ich hoffe sehr, 2021 wird insgesamt für uns alle ein besseres Jahr werden und wir können die Pandemie in den Griff bekommen. Fest steht, in jedem Stadtteil gibt es spannende Projekte, auch Großprojekte, die ich in diesem Grußwort schon kurz angedeutet habe. Es kommt einiges an Arbeit auf uns zu und ich freue mich darauf, die bereits begonnen Projekte mit Ihnen und für Sie fortzuführen und neue Herausforderungen mit großem Engagement und der notwendigen Zuversicht anzupacken.

Noch sind wir nicht am Ende der Krise angelangt. Im Laufe des Jahres wird aber hoffentlich jeder und jede von Ihnen die Chance auf eine Corona-Impfung bekommen. Nutzen Sie diese Chance! Ich werde mich auch impfen lassen, sobald ich an der Reihe bin. Denn mit der Impfung schützen wir nicht nur uns selbst, sondern reduzieren auch die Ansteckungsgefahr für andere. Und so möchte ich Ihnen und Ihren Familien für dieses Jahr natürlich vor allem gute Gesundheit, Geduld und Durchhaltevermögen sowie Vertrauen in den Erfolg unserer Kraftanstrengungen mit auf den Weg geben.

Alles Gute für 2021

Ihr Dr. Joachim Wolf
Bürgermeister

Impressionen der Städtepaternerschaft

Statt der Feier zum Europatag wurden in Korntal-Münchingen die Fahnen der Städtepartner Tubize und Mirande gehisst.


Dame mit Maske

Maske tragen gehörte 2020 zu unserem Alltag.


Sitzung des Planungsbeirats in der Stadthalle Korntal

Der Planungsbeirat für die neue Mehrzweckhalle tagte in fünf Sitzungen bis Ende 2020


Verantwortliche führen den Spatenstich in einer Baugrube durch

Spatenstich am Feuerseeweg im Juli.


Baugebiet Korntal-West

Die erste Bewerbungsrunde für die städtischen Grundstücke von Korntal-West wurde am 29. Dezember abgeschlossen.


E-Ladesäule auf einem Parkplatz

Weitere E-Ladesäulen in Kallenberg und Münchingen wurden im Juli in Betrieb genommen.


Bürgermeister Dr. Wolf schneidet symbolisch eine bunte Wimpelkette auf dem Spielplatz durch

Der neue Spielplatz am Johannes-Völter-Kindergarten wurde im Juli eingeweiht.


Kinder toben im Bewegungsraum mit großen grünen Bällen

Viel Platz zum Toben im neuen Bewegungsraum im SportNest Münchingen.


Staatssekretär übergibt Bürgermeister Dr. Wolf den Zuwendungsbescheid im Rathaus Korntal

Der Zuwendungsbescheid über 611.000 Euro für den Bahnhof Korntal wurde im Dezember vom Parlamentarischen Staatssekretär im BMVI, Steffen Bilger, übergeben.


Louis Trautwein vor einer Haltestelle in Kallenberg.

Jugendgemeinderat Louis Trautwein freut sich schon auf den Nachtbus an der Haltestelle Kallenberg.


Bürgermeister Dr. Wolf öffnet ein Türchen des blau-gelbe Ausweisterminals vor dem m Rathaus Korntal

Das neue Ausweisterminal vor dem Rathaus Korntal ist seit November in Betrieb.


Feierlichkeit zum 100. jährigen Jubiläum

Der Musikverein Münchingen würdigte sein 100. Jubiläum im September.


Ausstellungsraum im Heimatmuseum Münchingen

Ausstellung „100 Jahre Musikverein Münchingen“ im Heimatmuseum im Sommer 2020.


Bemalte Steine am Wegesrand vor einer Blumenwiese

Steinschlangen-Gruß an die Städtepartner am Wegesrand von Münchingen.