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Wie sieht ein Berufsalltag im Impfzentrum vom Robert-Bosch-Krankenhaus aus?

Ein Erfahrungsbericht einer Mitarbeiterin aus dem Impfzentrum in Stuttgart.

 „Ich mache gern neue Sachen, die noch nie da gewesen sind.“ Unter diesem Motto übernahm Krankenschwester Sandra Kaiser, die sonst in der Korntal-Münchinger Sozialstation arbeitet, eine Aufgabe, die es vor Corona auf dem Arbeitsmarkt noch nicht gegeben hat: Sie wurde Mitarbeiterin im Zentralen Impfzentrum am Robert-Bosch-Krankenhaus. Wie sie den Impfprozess begleitet, berichtet sie im Interview.

Sandra Kaiser arbeitet im Impfzentrum am Robert-Bosch-Krankenhaus.

Hallo Frau Kaiser, wie ist die Stimmung an ihrem neuen Arbeitsplatz?
Sandra Kaiser: Alle sind dankbar. Die einen sind dankbar, dass es mit ihrem Impftermin geklappt hat, die anderen freuen sich, dass sie etwas dazu beitragen können, dass die Pandemie möglichst schnell überwunden wird.

Wo liegt das Impfzentrum vom Robert-Bosch-Krankenhaus genau?
Sandra Kaiser: Es befindet sich in dem Kongressgebäude neben dem Krankenhaus und ist direkt an die Klinik angeschlossen. Das ist ein großer Vorteil, denn sollte es nötig sein, kann ein Patient direkt auf der Liege im Krankenhaus weiterbehandelt werden.

Wie ist der Impfablauf üblicherweise?
Sandra Kaiser: Nach dem Temperaturmessen werden die Daten der zu impfenden Person aufgenommen. Vor dem Aufklärungsgespräch kann noch ein Informationsvideo bzw. -blätter durchgesehen werden. Dann werden die noch offenen Fragen geklärt. Nach der Kontrolle aller erforderlichen Unterlagen erfolgt das Impfen. Danach gehen die Geimpften in den Beobachtungsraum für circa 20 Minuten.

Was ist Ihre Aufgabe im Impfzentrum?
Sandra Kaiser: Ich übernehme das Impfen oder die Nachbeobachtung. Bei der Zweitimpfung ist immer noch zusätzlich ein Arzt dabei, um abzuklären, ob nach der Erstimpfung Nebenwirkungen aufgetreten sind.

Wie reagieren die meisten Menschen nach dem Impfen?
Sandra Kaiser: Der Besuch im Impfzentrum in Stuttgart ist für viele Seniorinnen und Senioren unglaublich anstrengend. Da ist einmal der lange Weg sowie die Aufregung vor dem Impfvorgang. Einige vergessen wegen dem Stress zu trinken und sind nach der Impfung unterzuckert. Im Beobachtungsraum sind sie dann erst einmal froh, dass alles vorbei ist.

Wie funktioniert der Umgang mit dem Impfstoff im Impfzentrum vom Robert-Bosch-Krankenhaus?
Sandra Kaiser: Das ist wirklich eine logistische Herausforderung, die im Impfzentrum sehr gut funktioniert. Der Impfstoff muss ja extrem tiefgekühlt gelagert sein. Sobald Impftermine anstehen, muss er fristgerecht aufgetaut und aufgezogen werden. Das dauert seine Zeit – dadurch entstehen manchmal Wartezeiten. Selten mehr als zehn Minuten.

Würden Sie sich auch impfen lassen?
Sandra Kaiser: Als Impfpersonal bin ich schon zweimal geimpft und aus meiner Erfahrung kann ich sagen: Es ist wie bei jeder anderen Impfung auch. Der Arm tut ein wenig weh. Nach der zweiten Impfung kann sein, dass Fieber auftritt. Aber nach einem Tag ist alles vorbei. Diese Nebenwirkungen sind kein Vergleich zu der Corona-Krankheit, die einen schlimmen Krankheitsverlauf haben kann. Deshalb finde ich: alle, die nach ihren persönlichen Möglichkeiten es können, sollten sich - wenn sie an der Reihe sind - auf den Weg machen und sich impfen lassen. Das Interview wurde geführt von Eva Tilgner.

(Erstellt am 17. Februar 2021)