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Ein Apfelbaum erzählt


Zwei Männer bringen Schild bei Baum an

Baumpflanzungen stehen nicht erst seit einem zunehmenden Klimabewusstsein in der Gesellschaft für Positives. Die Bäume spenden Schatten, erneuern die Luft und kühlen die Städte. Schon immer stehen Baumpflanzungen für Neuanfang, Hoffnung und Frieden. Auf dem Friedhof in Korntal steht seit dem Frühjahr ein besonderer Baum. Ein Apfelbaum. Was es mit dem Baum auf sich hat, erfahren die Besucherinnen und Besucher jetzt direkt vor Ort. Denn der Obst- und Gartenbauverein Korntal hat in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung ein Informationsschild erstellt. Albrecht Gaiser und Stefan Rühle vom Obst- und Gartenbauverein Korntal haben dieses Schild nun am vergangenen Freitag aufgestellt.

Schild mit Erklärung des Korbinansapfelbaum

Der Baum erinnert an den bayerischen Pfarrer Korbinian Aigner (1885 bis 1966), der sich intensiv mit dem Obstbau beschäftigte und nicht zuletzt als Pomologe weit über seine Heimat hinaus bekannt wurde. Während seiner Haft im Konzentrationslager Dachau züchtete er mehrere Apfelsorten, die er mit den Bezeichnungen KZ-1 bis KZ-4 versah. Aus der Sorte KZ-3 entstand später der sogenannte Korbiniansapfel.

Aigner äußerte sich in seinen Predigten immer wieder kritisch zum Nationalsozialismus. Verhaftet wurde er dann wegen einer Äußerung in seinem Religionsunterricht.

Das Schild erläutert die Geschichte des Baumes und erinnert an das Leben und Wirken Korbinian Aigners. Es soll Besucherinnen und Besuchern die historische Bedeutung dieses besonderen Apfelbaums näherbringen.

An die Geschichte von Korbinian Aigner erinnert auch eine Veranstaltung der Volkshochschule am 9. November. Dort wird ein Film über das Leben des „Apfelpfarrers“ während der Zeit des Nationalsozialismus gezeigt.

vhs Kurs-Nummer: 262-1.04070