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Bekämpfung Asiatische Tigermücke – Fortpflanzung und Teiche


Die Asiatische Tigermücke hat sich in Deutschland den hiesigen Gegebenheiten angepasst. Nach der Paarung, die meist im Flug stattfindet, reichen der Baumhöhlenbrüterin schon sehr kleine Wassermengen aus. Da wir in unseren heimischen Bäumen deutlich weniger Baumhöhlen haben als in den Tropen, nutzt die Tigermücke bei uns eher menschengemachte Brutstätten (die bereits vielfach zitierten Regentonnen, Eimer, Blumentopfuntersetzer etc.). Dort werden dicht an der Wasseroberfläche nach etwa 3-5 Tagen die Eier abgelegt. Sobald der Wasserstand steigt, z.B. nach einem Regenereignis, und die Eier überspült werden, schlüpfen die Larven. Über mehrere Entwicklungsstadien, die alle im Wasser stattfinden, schlüpfen nach ca. 2-3 Wochen flugfähige Mücken. Die Dauer der Entwicklungsstadien ist abhängig von verschiedenen Umweltbedingungen (Quelle: Webseite des Umweltbundesamtes).

Die Asiatische Tigermücke „freut sich“, wenn in den Brutstätten keine Fressfeinde vorhanden sind. Fische, Molche oder Libellenlarven z.B. verputzen die verschiedenen Entwicklungsstadien der Asiatischen Tigermücke sehr gerne. Deswegen sind auch Teiche mit einem natürlichen Tier- und Pflanzenbesatz kein eigentliches Brutgebiet. Sollten Sie bei sich ein Gewässer im Garten haben, dann beobachten Sie es doch einmal genau. Selbst wenn Sie keine Fische haben, so gibt es ja vielleicht einen Teichmolch? Diese kommen in unregelmäßigen Abständen an die Wasseroberfläche, um Luft zu holen. Haben Sie sonst Insekten, die sich an, im oder um Ihren Teich herum tummeln? Auch dann brauchen Sie in der Regel nichts zu unternehmen, da kümmern sich die Teichbewohner drum. Nur wenn in der Umgebung Ihres Teiches sehr viele Asiatische Tigermücken sind und Sie sonst bereits sämtliche Brutstätten entfernt haben, sollten Sie eine Teich-Behandlung mit Bti in Erwägung ziehen. Dazu eine Tablette in Wasser auflösen und dieses Wasser mit der Gießkanne mit Brauseaufsatz oberflächlich ausbringen.

Anders verhält es sich mit Abflüssen, die z.B. häufig in Kellertreppenabgängen sind. Dort bleibt in der Regel immer ein wenig Wasser stehen. Hier empfiehlt es sich, eine Bti-Tablette in 50 Liter Wasser aufzulösen und dieses alle 14 Tage in die Abflüsse zu schütten, damit sich hier keine Mücken vermehren können.

Bitte beachten Sie in den am meisten betroffenen Gebieten (siehe Karte) auch weiterhin alle Maßnahmen, die dazu dienen, die Asiatische Tigermücke einzudämmen.

Aktuell stehen Fallen in Korntal an den Zäunen. Diese sind nicht giftig und wir bitten, sie stehen zu lassen.

Tigermückenfalle Eimer am Zaun

Sollten Sie außerhalb der gekennzeichneten Gebiete den Verdacht haben, dass Sie Asiatische Tigermücken gesehen haben, dann versuchen Sie bitte, das Tier zu fangen oder zu töten und die Art zu bestimmen. Sie erkennen die Asiatische Tigermücke daran, dass sie mit ca. 6 mm relativ klein ist und sowohl am Leib als auch an den Hinterbeinen charakteristisch schwarz-weiß gefärbt ist (siehe Bild oben). Wenn Sie eine solche Mücke finden, dann melden Sie den Fund bitte mit dem Fundort und einem aussagekräftigen Foto bei der Umweltschutzstelle (umweltschutzstelle@korntal-muenchingen.de), damit wir ihre Bestimmung verifizieren können. Zu diesem Zwecke die Mücke am besten für einen Größenvergleich neben einem 1- oder 2 Cent Stück fotografieren.

Hintergrund

Die Asiatische Tigermücke stammt ursprünglich aus Asien und ist aufgrund des Klimawandels mittlerweile auch in Südeuropa heimisch. Durch den Güter- und Personenverkehr gelangen einzelne Tiere auch immer wieder nach Deutschland.

Die Tigermücke ist Überträger von Krankheitserregern, die zum Glück bei uns nur selten auftreten, so dass eine Übertragung des Denguefiebers, Chikungunya oder dem Zika-Virus (noch) äußerst unwahrscheinlich ist. Das Corona-Virus überträgt sie glücklicherweise nicht. Da die Tigermücke im Gegensatz zu unseren heimischen Mücken allerdings auch tagsüber sticht und ziemlich aggressiv ist, wird sie schnell zur Plage.

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