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Picco bello auf Tour in die Ukraine


So strahlend schön sah die alte Dame schon lange nicht mehr aus. Die Komplimente von Bürgermeister Dr. Joachim Wolf nimmt sie deshalb gerne entgegen, als sie ihn am Montag, den 4. April, auf dem Saalplatz besucht. „Ihre 30-jährige Einsatzzeit bei der Freiwilligen Feuerwehr Korntal-Münchingen kann man fast nicht sehen“, staunt er. Doch nun ist es an der Zeit, voneinander Abschied zu nehmen: Die Drehleiter DLK 23-12 Vario CC wird auf Reise gehen, um in der Ukraine den Feuerwehrleuten ihren Dienst zu erweisen. Damit sie im Krisengebiet auch eine Hilfe ist, wurde sie zuvor von der Firma Magirus GmbH generalüberholt.

Das Abschiedsbild von der Drehleiter in Korntal-Münchingen

„Die Reparaturen wurden kostenlos für uns durchgeführt“, berichtet Hans Jörg Stellmacher, der für die Öffentlichkeitsarbeit der Freiwilligen Feuerwehr Korntal-Münchingen zuständig ist.

1.500 Kilometer Fahrt mit Fingerspitzengefühl und Streichel-Pausen

Genauso startklar wie das Feuerwehrauto sind auch Herbert Proß und Kevin Kirschenlohr. Die beiden Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Korntal-Münchingen übernehmen die Überführung: 1.500 Kilometer liegen vor ihnen – eine Strecke, in der Geduld und Fingerspitzengefühl gefordert ist. „Schneller als 80 km/h in der Stunde dürfen wir nicht fahren. Und wir legen genügend Pausen ein, um die alte ‚Dame‘ zu streicheln“, kündigt Herbert Proß an.

Herbert Proß und Kevin Kirschenlohr in der Fahrerkabine der Drehleiter. 1.500 Kilometer liegen vor ihnen.

Seit Oktober 2021 nutzt die Feuerwehr Korntal-Münchingen eine neue, modernere Drehleiter. Dass nun das verdiente Feuerwehrauto mit dem Baujahr 1992 in der Ukraine eine sinnvolle Verwendung findet, freut die Feuerwehrkameraden. Denn ohne die Generalüberholung wäre wahrscheinlich noch für eine Entsorgung des Fahrzeugs Geld zu bezahlen gewesen. Und eine Verschrottung hätte ihnen im Herzen wehgetan. „Dafür sind zu viele Erinnerungen mit dem Fahrgerät verbunden – gute wie schlechte“, stellt Feuerwehrkommandant Jürgen Hieber fest.

Bürgermeister Dr. Joachim Wolf wünscht eine gute Fahrt in die Ukraine (v.l. Gerald Hanle, Herbert Proß, Kevin Kirschenlohr, Bürgermeister Dr. Joachim Wolf und Jürgen Hieber.)

Gute Fahrt!

Vor der Leistung ihrer Kolleginnen und Kollegen in der Ukraine, die die Stellung halten in absoluter Lebensgefahr, haben alle den größten Respekt. „Deshalb sind wir froh, dass wir mit der Überführung der Drehleiter etwas Praktisches machen können, um in der Ukraine zu helfen“, sagt Fahrer Kevin Kirschenlohr. Mit auf den Weg nimmt er und Herbert Proß die guten Wünsche des Bürgermeisters von Korntal-Münchingen: „Gute Fahrt! Hoffen wir, dass die alte Dame gut durchhält.“