Stolperstein | Gottlob Traub

* 27. September 1875 in Korntal – † 23. Juli 1940 in Grafeneck
Saalstraße 5
70825 Korntal-Münchingen
Stadtteil: Korntal

Über die Hintergründe der Erkrankung des aus einer seit 1845 in Korntal ansässigen Familie stammenden Gottlob Traub ist wenig aktenkundig geworden. Seit 23. Juni 1899 befand er sich in Pflegeanstalten. Am 11. Dezember 1899 erfolgte seine Aufnahme in die Heilanstalt Winnental mit der Diagnose Schizophrenie. Über vierzig Jahre lang sollte er dort verbleiben. Eine Nichte Traubs erinnert sich:

Auf meinem Großvater und meiner Mutter lastete ein schwerer Kummer. Der einzige Sohn und Bruder musste mit etwa 25 Jahren in eine Anstalt (Winnenden) gebracht werden. Wie ich später … erfuhr, war er ein gescheiter, fleißiger Junge. Er wollte aber nicht Bauer, sondern Missionar werden. Das konnte mein Großvater wieder nicht verkraften, da er in seinem einzigen Sohn seinen Nachfolger sah. Gottlob ging von daheim fort, kam in schlechte Gesellschaft und später nach Winnental, wo er in der Landwirtschaft tätig war, später krank wurde und im 3. Reich starb.

Der Berufswunsch „Missionar“ lag sozusagen in der Familie: Gottlob Traub war ein Cousin des China-Missionars Friedrich Traub (1873–1906) und ein Neffe des Indien-Missionars gleichen Namens (1834–1868). Am 23. Juli 1940 wurde der 64-Jährige nach Grafeneck abtransportiert und umgebracht.

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