Partizipative BiotopvernetzungskonzeptionDer Gemeinderat hat im März 2018 mit großer Mehrheit ein ehrgeiziges Ziel ins Auge gefasst: die Erstellung einer der ersten Biotopvernetzungskonzeptionen (BVK) im Landkreis Ludwigsburg.

Dabei geht es im Kern darum, dem Artensterben von Flora und Fauna ein wirksames Mittel entgegenzusetzen. Lebensräume sollen erhalten, neue für Tiere und Pflanzen geschaffen und dann miteinander vernetzt werden. Eine solche Konzeption dient als fachliche Grundlage und ist wesentlicher Bestandteil und Leitfaden unserer Stadtentwicklung für die Bereiche Naturschutz, Ausgleichsmaßnahmen und Biodiversität.

Entwicklung durch lokales Know-how

Die Erstellung erfolgte im Trialog zwischen Verwaltung, Naturschutz und Landwirten. Dadurch konnte sichergestellt werden, dass nicht nur das lokale „Know-how" und das der Vertreter des Landwirtschaftsamtes, der Unteren Naturschutzbehörde und des Landeserhaltungsverbandes einfließen, sondern auch eine frühzeitige Interessensabwägung erfolgt. Im besten Fall also eine klassische Win-Win-Situation.

Projektfinanzierung

Das Projekt wurde mit einer Anteilsfinanzierung in Höhe von 50% vom Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz des Landes Baden-Württemberg gefördert. In mehreren Arbeitsschritten und Arbeitssitzungen wurde das Konzept entwickelt und Ende Oktober 2019 förder- und fristgerecht fertiggestellt. Die behördliche Anerkennung liegt vor und der Gemeinderat hat in seiner Sitzung vom 13. Februar 2020 die Konzeption und die sukzessive Umsetzung der Maßnahmen beschlossen.

Das Projektgebiet umfasst das sogenannte „Offenland", also nicht den Siedlungsbereich und auch nicht den Wald. Bei einer Gesamtgemarkungsfläche von rund 2.071 ha nimmt dieser Untersuchungsraum mit rund 1400 ha einen Löwenanteil ein.

Analyse des Naturraums und Maßnahmenplan

Die Fachplaner nahmen die Analyse des Naturraums und die Kartierungen der Vogelwelt sowie der Feuersalamandervorkommen vor, die als Indikatoren für andere Tierarten betrachtet werden können. In zahlreichen Arbeitssitzungen und Workshops erfolgte gemeinsam die Maßnahmen - und Umsetzungsplanung.

Bestenfalls werden Maßnahmen nun dort erfolgen, wo die Flächen für die landwirtschaftliche Produktion nicht optimal sind. Das können ungünstig geschnittene „Zwickelgrundstücke", zu feuchte, zu trockene oder auch zu steile Lagen sein. Auch die Aufwertung vorhandener Biotope etwa durch Nachpflanzungen in bestehenden Streuobstwiesen oder Renaturierungsmaßnahmen von Bachläufen sind mögliche geeignete Maßnahmen. Es soll vermieden werden, dass die Landwirtschaft in doppelter Hinsicht Verlierer ist. Einmal durch einen Eingriff durch Baumaßnahmen und ein weiteres Mal durch Kompensationsmaßnahmen. Eine hohe Akzeptanz der Maßnahmen bei allen Beteiligten war das oberste und erreichte Ziel. Im Ergebnis weist der Maßnahmenplan einen bunten Strauß von möglichen Aufwertungsmaßnahmen aus.

BVK Maßnahmenplan Naturschutz ungeschnitten

Grundsätzlich bildet die sogenannte BVK ab sofort die fachliche Grundlage für alle Maßnahmen im Bereich Natur- und Artenschutz, Ausgleichsmaßnahmen und Biodiversität und ist wesentlicher Bestandteil und Leitfaden unserer Stadtentwicklung.

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