Sie sind hier: Startseite / Stadtverwaltung / Aktuelles

Helfen Sie vor Ort

Unterstützen Sie Ihre Mitmenschen mit der Bürgerstiftung Korntal-Münchingen

"Lassen Sie sich anstiften". Fachbereichsleiterin Dr. Catharina Vögele möchte möglichst viele Korntal-Münchinger für die Bürgerstiftung begeistern. Anderen aus dem eigenen Ort zu helfen, kann dank der Bürgerstiftung sehr einfach sein. Hilfe bekommen ebenfalls. Welche Möglichkeiten die Bürgerstiftung bietet und warum die Korntal-Münchinger sich für sie begeistern sollten, darüber spricht Dr. Catharina Vögele, Fachbereichsleiterin für Familie, Bildung und Soziales. (ah)



1. Was ist die Bürgerstiftung Korntal-Münchingen?
Dr. Catharina Vögele: Getreu dem Motto „Bürger für Bürger“ geht es bei der Bürgerstiftung darum, mildtätige Zwecke in nahezu allen Bereichen des Zusammenlebens in unserer Stadt zu unterstützen. Die vielfältigen Stiftungszwecke decken viele Bereiche ab wie etwa Kinder, Jugend, Familien, Sport, Vereinsleben, Kunst und Kultur, Politik sowie Umweltthemen.
Es werden ganz konkret lokale Projekte mit Hilfe der Bürgerschaft gefördert, die sonst eventuell an den finanziellen Mitteln gescheitert wären. Bereits seit 2008 stiften Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen und übernehmen so Verantwortung für andere.

2. Warum sollte man sich engagieren?
Dr. Catharina Vögele: Das Besondere an einem Engagement bei der Bürgerstiftung ist die Nähe: Man kann bei den Förderprojekten seine direkten Mitbürgerinnen und Mitbürger unterstützen und dann auch vor Ort miterleben, wie die Projekte durchgeführt werden. Das Gefühl, dass man mit seinem Geld hier in Korntal-Münchingen etwas bewirken kann, finde ich schön. Die Menschen unterstützen sich. Das macht einen Ort lebenswert. Lassen Sie sich anstiften, Stifter zu werden!

3. Gibt es durch die Corona-Krise eventuell mehr Menschen, die Hilfe von der Bürgerstiftung bekommen könnten?
Dr. Catharina Vögele: Ja, absolut. Gerade jetzt in der Corona-Krise sind viele Menschen unverschuldet in Not geraten. Bei vielen hat sich das Berufsleben dramatisch verändert und das ist meist mit finanziellen Einbußen verbunden. Die Bürgerstiftung kann hier anlassbezogen und unbürokratisch auch Einzelpersonen helfen. Das Problem ist, dass sich Betroffene oft nicht trauen, auf uns zuzugehen. Dabei helfen wir anonym und unbürokratisch, wenn die Stiftungszwecke erfüllt sind und der Beirat zustimmt.

4. Wer darf sich melden und was raten Sie Menschen, die sich nicht trauen?
Dr. Catharina Vögele: Es darf sich jeder mit seinem Anliegen melden. Der Stiftungsrat entscheidet. Bewerbungen werden noch bis 31. Mai 2021 angenommen. Wir freuen uns über Bewerbungen um Zustiftungen und natürlich über neue Stifter und Spender.

5. Welche Projekte wurden schon umgesetzt?
Dr. Catharina Vögele: Das fängt bei ganz kleinen Dingen an. Im vergangenen Jahr hat die Bürgerstiftung beispielsweise eine Lesebrille für eine Person gefördert und einer geflüchteten Familie in der Anschlussunterbringung konnten wir mit Haushaltsanschaffungen helfen.
Im Spitalhof freuten sich die Seniorinnen und Senioren über den Besuch von zwei Clowns. Ein tolles Projekt, das den Alltag der Menschen mit Humor und Freude bereicherte.
Ein etwas größeres Projekt wurde an der Strohgäuschule durchgeführt. Hier drehte sich in 2017 alles um gesunde Ernährung und die Kinder haben richtig viel selbst Hand angelegt, gekocht, gebacken und natürlich auch gegessen.

6. Wie sehen Sie die Bürgerstiftung in der Zukunft und wieso ist eine Bürgerstiftung in 2021 immer noch aktuell?
Dr. Catharina Vögele: Ich möchte die Bürgerstiftung wiederbeleben und mit neuen Akzenten wieder ins Bewusstsein der Menschen in Korntal-Münchingen bringen. Dabei möchte ich auch mehr auf ehrenamtliches Engagement setzen. Das Kommunikationskonzept soll überarbeitet werden und wir wollen noch mehr Synergien im Hause nutzen. Wenn es die Corona-Lage wieder zulässt, können wir auch bei Veranstaltungen wieder mehr auf die Menschen zugehen und ins Gespräch kommen.

7. Frau Dr. Vögele, noch eine Frage zu Ihnen: Sie sind seit sechs Monaten Fachbereichsleiterin bei der Stadt. Ihr Start fiel mitten in die Pandemie. Wie ist es Ihnen bis jetzt ergangen?
Dr. Catharina Vögele: Ich fühle mich sehr wohl und bin positiv überrascht, wie vielfältig die Themen und Projekte in meinem Bereich sind. Eine spannende neue Herausforderung für mich ist auch die Personalverantwortung. Ich bin froh, dass ich im September, also nach dem harten Lockdown, angefangen habe, da ich so viele Menschen aus den Einrichtungen und Organisationen persönlich kennenlernen konnte. Alle Einrichtungen in unserem Fachbereich sind von der Pandemie betroffen, insbesondere natürlich die Kindertagesstätten und Schulen. Über zu wenig Arbeit können wir uns deshalb aktuell im Fachbereich auf keinen Fall beklagen. Natürlich freue ich mich darauf, wenn die Einschränkungen durch die Pandemie irgendwann nicht mehr so groß sind und ich auf diese Weise die Stadt und ihre Menschen noch besser kennenlernen kann. Sicher auch durch und für die Bürgerstiftung.

Clowns und Vitamine? Die Stifterzwecke sind vielfältig

Kreativität erwünscht! Wer sich für eine Zustiftung der Bürgerstiftung Korntal-Münchingen bewerben möchte, darf seiner Fantasie freien Lauf lassen. Zumindest im Rahmen der Stifterzwecke.
Diese umfassen die Bereiche Soziales, Sport, Kunst und Kultur, Bildung, Geschichte, Gesundheit, Wirtschaft, Integration und Umweltschutz. Vereine und Organisationen aus Korntal-Münchingen sind genauso aufgefordert sich zu melden, wie Einzelpersonen. Letztere etwa, wenn sie unverschuldet in Not geraten sind. So half die Bürgerstiftung schon unkompliziert bei der Anschaffung einer Lesebrille. Ob eine Anfrage gefördert wird, entscheidet letztlich der Stiftungsrat, in welchem neben Personen der Verwaltung sechs Stadträtinnen und Stadträte der verschiedenen Fraktionen vertreten sind.  
Zwei Projekt aus den vergangenen Jahren stellen wir vor:

  • So hat die gesamte Schüler- und Lehrerschaft am Schulobstaktionstag der Strohgäuschule in 2017 viel geschnippelt, gekocht und jede Menge über gesundes Essen gelernt. Für den Projekttag hatte die Schule 800 Euro erhalten und eigens dafür eine Ernährungsexpertin engagiert. Der Leiter der Strohgäuschule Rainer Würtele hatte sich sehr für das Projekt eingesetzt und sich dann umso mehr gefreut, dass es finanziert werden konnte. Mehrere Wochen erlebten und erschmeckten die Schülerinnen und Schüler aller Klassenstufen wie lecker gesundes Essen sein kann. Während sie den Apfelsaft der Früchte heimischer Streuobstwiesen tranken, hatten die Kinder auch noch ein wenig Nachhaltigkeit verschmeckt.
  • Veronika Wehl ist Mitarbeiterin des Seniorenzentrums Spitalhof Korntal-Münchingen und zieht regelmäßig eine rote Clownsnase über, wenn Begegnungen und Kontakte nicht gerade coronabedingt eingeschränkt sind. Finanziert hat die zusätzliche Ausbildung zum „Begegnungsclown“, die über ein ganzes Jahr an regelmäßigen Terminen in Bad Orb stattfand, die Bürgerstiftung Korntal-Münchingen.
    Für die Seniorinnen und Senioren des Spitalhofs heißt das Ansprache, Freude, aber manchmal auch einfach ein bisschen Trost.
Zwei Clowns neben einer Sitzbank im Grünen

Auch Clownsein will gelernt sein. Die Bürgerstiftung ermöglichte Veronika Wehl eine Weiterbildung.


Tafel in einer Schule mit angepinnten Kärtchen

In 2017 förderte die Bürgerstiftung den Schulobstaktionstag an der Strohgäuschule.


Schülerinnen und Schüler kochen in der Schulküche

Selbst kochen machte den Schülerinnen und Schülern am meisten Spaß.


Jetzt bewerben

  • Mehr Informationen zur Bürgerstiftung sowie das Bewerbungsformular finden Sie hier
(Erstellt am 19. Februar 2021)