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Freundschaft zum Mitnehmen

Jugendliche aus Korntal-Münchingen bemalen Fairtrade-Stofftaschen für Jugendliche in Mirande und Tubize

Unter dem Motto „VIVE L‘AMITIÉ“ gestalteten die Sechst- und Siebtklässler der Realschule Korntal-Münchingen Stoffbeutel mit Stempeldruck, die als Geschenk an die Jugendlichen in Mirande und Tubize gehen.


(et) Wenn Schüler und Schülerinnen sich freiwillig einer Hausaufgabe widmen, dann ist das schon etwas Besonderes. Wenn diese Hausaufgabe dann auch noch – während der Schließung der Realschule Korntal-Münchingen wegen der Corona-Pandemie  – von ihrer Französischlehrerin Katja Bierkandt-Mühlenz online gestellt wird, dann scheint der Funke Begeisterung für ein neues Kunst-Städtepartnerprojekt übergesprungen zu sein. Das Ziel war, einen naturfarbenen Fairtrade-Stoffbeutel mit selbstgestalteten Linol-Stempeln und Textilfarbe bunt zu dekorieren.

Zunächst konzentrierten sich die Jugendlichen auf das Motto, unter das sie ihr Städtepartnerprojekt stellen wollten. „Findet eine Botschaft, die ihr nach Mirande und Tubize senden wollt!“ Über die vielen unterschiedlichen Rückmeldungen der Schülerinnen und Schüler freute sich Katja Bierkandt-Mühlenz besonders. „Ein Impuls hat den nächsten ergeben“, schildert sie die rege Beteiligung der Sechst- und Siebtklässler. Als sich alle für das Motto „Vive l’amitié“ entschieden, wurden im nächsten Schritt die Zeichenstifte gezückt. „Wie male ich in der Stempelgröße 5 x 5 Zentimeter etwas Passendes zu „Es lebe die Freundschaft?“ Alina hatte die Idee, Flaggenluftballons in Herzform zu zeichnen: „Wenn die Luftballons sich miteinander verschlingen, dann zeigt das Verschnörkeln der Schnüre den Zusammenhalt zwischen den Städtepartnern.“ Andere malten als Stempelmotiv einen Regenbogen oder einen Kussmund als Zeichen für die französischen „Begrüßungsküsschen“. Auch die Landkarten von Deutschland, Frankreich und Belgien sind abgebildet und ein Handy, auf dem „Salut“ steht, gehört zu den mehr als 20 kleinen Bildern.
 

„Ich war erstaunt, wie viele verschiedene, filigrane Motive entstanden sind“, berichtet die Künstlerin Nadine Nauhauser, die die Bilder der Kinder in 5 x 5 cm große Softlinolvorlagen schnitzte.  Dabei gelang es ihr, möglichst nah an der Originalvorlage der Realschüler zu bleiben – was bei den filigranen Zeichnungen nicht immer so leicht war. „Die Europasterne der Flagge waren recht aufwendig zu schnitzen“, berichtet sie. 

Gemeinsam mit Katja Bierkandt-Mühlenz stempelte die Künstlerin aus Korntal-Münchingen die Textiltaschen.Für die farbliche Gestaltung waren dann wieder die Schülerinnen und Schüler gefordert: „Wir haben ihnen die Farben und gestempelten Taschen wieder mit nach Hause gegeben. Dort haben sie die Stoffbeutel mit den Textilzeichenstiften koloriert.“

Das Ergebnis? Jede Tasche ist ein Unikat geworden. Nicht nur die Stempelmotive variieren, sondern auch bei der farblichen Gestaltung haben sich die Schüler viel Mühe gegeben. Nun darf jede und jeder von ihnen eine Tasche mit nach Hause nehmen – die übrigen gehen an die Jugendlichen in Mirande und Tubize. „Die Freundschaft zwischen Frankreich, Belgien und Deutschland ist wichtig“ – darin sind sich die Sechst- und Siebtklässler einig. Ihre Kunst-Stofftaschen sind dann quasi die „Freundschaft zum Mitnehmen.“