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Gemeinsames Erleben trotz der Distanz - dank Internet

Ein Interview mit Stefanie Burkhardt, pädagogische Fachberaterin der Stadt Korntal-Münchingen, über das digitale Kindergartenprogramm für Eltern



Wie entstand die Idee, ein wöchentliches Angebot von den Kindergärten auf einen virtuellen Datenspeicher – also eine Cloud -  hochzuladen?
 
Stefanie Burkhardt: Die Schließung der Einrichtung kam – aus Schutz vor der Infektion mit dem Corona-Virus – sehr abrupt. Wir hatten keine Möglichkeit, die Kinder auf die Trennung vorzubereiten. Die ErzieherInnen wollten in Kontakt mit den Familien bleiben. Deshalb haben wir nun ein erstes großes Ideenpaket geschnürt. Je nach Resonanz liefern wir gerne in den nächsten Wochen „Nachschub“.
 

Wie kann man sich das vorstellen?
Stefanie Burkhardt: Die Angebote sind nach Themen sortiert – wie z.B. „Backen und Kochen“, „Experimente“, „Bewegung und Sport“ usw.  Außerdem können die Kinder auch über den „Zaun ihres Kindergartens“ hinaus spicken: Denn Insgesamt befüllen zwölf kommunale, kirchliche und freie Kitas die Cloud gemeinsam. Inzwischen sind dort schon ca. 30 Beiträge zu finden. Langweilig wird es also nicht. 
 

Was unterscheidet die städtische Kindergarten-Cloud von den Angeboten, die es für Kinder im Internet sowieso schon gibt?
 
Stefanie Burkhardt: Die persönliche Bindung: Wenn die Eltern auf die Beiträge in der Cloud klicken, wissen die Kinder: „Das kommt von meinem Kindergarten“. Dann hören sie plötzlich die vertraute Stimme ihrer ErzieherIn beim Vorlesen einer Bilderbuchgeschichte. Trotz der Distanz gibt es wieder gemeinsame Erlebnisse. Beim Wiedersehen können die Kinder sich dann gegenseitig berichten: „Wie ist denn das Experiment bei Dir gelaufen?  Wie hast Du die Entdeckertour durch Münchingen gefunden?“
 

Was kann sich aus solch einem individuellen digitalen Angebot entwickeln für die Zukunft?
Stefanie Burkhardt: Über die Medien wurde schon viel diskutiert. In Zeiten der Corona-Krise zeigt es sich, was für Chancen hinter den neuen Medien stecken können: Sie bieten gewinnbringende Möglichkeiten um Kommunikation aufrecht zu erhalten, die vielleicht auch später Bestand haben können.
 

Sind das jetzt die ersten Anfänge von „digitalen Hausaufgaben“ für Kindergartenkinder?
Stefanie Burkhardt: Auf keinen Fall. Familien erleben sich jetzt viel intensiver: Der Sportverein fällt weg – also kicken die Eltern mit ihren Kindern im Garten. Die Spielpartner fallen weg – also übernehmen Mama und Papa ihre Rollen. Die Eltern machen das auch gern – nur brauchen sie ab und an auch ein paar Anregungen. Die Beiträge sind keine Hausaufgaben, sondern eher als Zeitvertreib für die Familien gedacht mit pädagogischem Hintergrund.
 

Haben Sie eine Botschaft für die Kinder, wie sie die Phase ohne Kindergarten am besten verbringen?
Stefanie Burkhardt: Nutzt die Zeit um den Eltern Eure Welt zu erklären und sie mitzunehmen.                                         
Die Fragen stellte Eva Tilgner am 26.03.2020

Die EntdeckerInnen Tour durch Münchingen und noch viel mehr Anregungen sind auf der Kindergarten-Cloud zu finden.