Kunst im Heimatmuseum

Das Heimatmuseum Münchingen hat sich in den vergangenen Jahren als Ausstellungsort für zeitgenössische Kunst aus der Region etabliert. Seit 2012 finden regelmäßig Kunstausstellungen in den Museumsräumen statt. Die Museumssammlung umfasst Werke von Künstlern aus Korntal-Münchingen und der Umgebung vom Impressionismus bis in die Gegenwart. Durch Ankäufe und Stiftungen wird der Bestand stetig erweitert. Werke bildender Künstler sind nicht Thema der Dauerausstellung und werden nur im Rahmen von Sonderausstellungen im Museum gezeigt.

Otto Reiniger, Der Tachensee bei Korntal, Öl auf Leinwand, zwischen 1905 und 1909, Gemälde in der Sammlung des Heimatmuseums Münchingen

Ein Meister des Impressionismus aus Korntal: Otto Reiniger

Als Max Liebermann 1906 die Berliner Sezessionsausstellung einrichtete gestattere er nur einem einzigen Künstler, seine Gemälde im selben Saal ausstellen wie er selbst: Otto Reiniger. Der 1863 in Stuttgart geborene Künstler lebte seit dem Brand seines Stuttgarter Ateliers 1905 auf dem Landgut Tachensee bei Korntal. Den in der Eiszeit entstandenen kleinen See auf seinem Grundstück stellte in verschiedenen Jahreszeiten und Lichtstimmungen in seinem Spätwerk immer wieder dar.


Märchenwelten in Schwarz und Weiß: Die Scherenschnittkünstlerin Hedwig Goller

Märchen von Eduard Mörike oder Gedichte von Hilde Domin, der Korntaler Künstlerin Hedwig Goller gelingt es in ihren minuziös ausgeführten Scherenschnitten den literarischen Stoff zu einem magischen Bild zu verdichten. Als Illustratorin war sie für verschiedene Verlage wie den Fischer Taschenbuchverlag tätig. Ihre letzte Ausstellungsbeteiligung hatte die Fünfundneunzigjährige 2015 bei der Ausstellung „Brückenschlag“ im Heimatmuseum Münchingen. Nach dem Tod der Künstlerin 2016 erhielt die Stadt Korntal-Münchingen aus dem Nachlass eine umfangreiche Stiftung mit Werken aus allen Schaffensphasen. Eine Ausstellung mit Werken von Hedwig Goller ist derzeit im Museum zu sehen (6,603 MB).


Hedwig Goller, Scherenschnitt nach dem Gedicht "Nur eine Rose als Stütze" von Hilde Domin, Sammlung der Stadt Korntal-Münchingen

Installation der Künstlerin Regine Schaupp im Schulraum des Museums, 2016

Projekte zeitgenössischer Künstler

Unter dem Motto „Ordnungen“ schuf die Esslinger Künstlerin Regine Schaupp 2016 mit den im Museum vorhandenen Ausstellungsstücken eine Installation zum Thema Schule. Die Künstlerin sagt selbst über ihre assoziative Arbeit: „In der Schule wird der Mensch stark geformt über Strukturen und Traditionen, die er dort erlernt und weiterentwickelt und mit denen er sich später auch selbst identifiziert. Auf den Tafelschwämmchen sind Münder und Augen von Kindern aus einem historischen Klassenfoto als Collagen angebracht. Wir können uns über die Ausschnitte ihrer Mimik vielleicht ein wenig in die Kinder hineinversetzen, die vor fast 130 Jahren diese Schule besucht und auf diesen Bänken gesessen haben.“