Arbeitsgruppe 5: Vernetzung von Korntal-Münchingen mit Überseeländern

Im Amtsblatt Nr.29 unter der Rubrik "Lokale Agenda" veröffentlicht:

AG 5 "Vernetzung von Korntal-Münchingen und Übersee"

Ein Beispiel musikalischer Vernetzung von Korntal-Münchingen und Ghana war am 11.07.02 in der Aula des Gymnasiums zu erleben, und die, die dabei waren, waren von den Darbietungen höchst angetan. Auf Marimbas eröffneten zunächst Annette Bury, Hannah Gaiser, Anna Miko und Kristina Teschner (Schülerinnen des Gymnasiums und der Musikschule Korntal bei Thomas Abel) eine kleine Nacht mit Musik und begrüßten damit unsere Gäste aus Ghana. Die "Odehe Dance Company" begeisterte anschließend die Zuhörer und Zuschauer mit perfekt einstudierten Tänzen und klingenden Rhythmen, sodass der Funke der afrikanischen Lebensfreude bald auch auf das Publikum übersprang. Ohne Pause präsentierten sie originäre Kultur ihres Landes und wurden mit frenetischem Beifall belohnt. Nicht nur die Musiker und Tänzer aus Ghana brachten ihre Bewegungsfreude zum Ausdruck, denn im Sinne der Gruppe ist es, auch das Publikum in den Tanz mit einzubeziehen- Symbol für eine menschliche Vernetzung. Allein der Umstand, dass die Künstlergruppe noch in der Nacht den Rückweg nach Ghana antreten musste, hinderte sie an weiteren Zugaben. Doch kann auf Grund der positiven Resonanz getrost an eine Wiederholung bzw. Fortsetzung in 2003 gedacht werden.
Mit globalem Gruß Albrecht Gaiser

Unter der Rubrik Lokale Agenda AG 5 "Vernetzung von Korntal-Münchingen und Übersee" im Amtsblatt Nr. 27 und 28

Die AG 5 der Lokalen Agenda 21 Korntal-Münchingen "Vernetzung von Korntal-Münchingen und Übersee" lädt zusammen mit dem Arbeitskreis Lehrer-Schüler-Eltern und dem Schulverein des Gymnasiums Korntal-Münchingen herzlich ein, zu einem Konzert der kulturellen Begegnung:
ODEHE DANCE COMPANY (523,8 KB)(PDF, 520 KB)
und SchülerInnen der Musikschule Korntal-Münchingen (Marimbaphon)
am Donnerstag, den 11.Juli 2002
um 19.15 Uhr
in der Aula des Gymnasiums Korntal, Charlottenstr.53
Eintrittspreise: Schüler 2,50 €/Erwachsene 5,00 €

Die Odehe Dance Company aus Ghana präsentiert afrikanischen Tanz und Musik in wahrer Ursprünglichkeit und Echtheit! In Ghana haben sie dafür bereits zwei Auszeichnungen erhalten. Für herausragende interkulturelle Zusammenarbeit wurde der Kopf der Gruppe, Emmanuel Gomado zusammen mit dem Illinger Künstler Eugen Schütz im April 2002 vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung mit einem Preis ausgezeichnet.
Marimba-SpielerInnen der hiesigen Musikschule werden die Gruppe musikalisch begrüßen. Das Marimbaphon kommt ursprünglich aus Simbabwe (Afrika), sodass durch diese musikalische Begegnung Kulturen sich vernetzen! Eine Begegnung mit musikalischer, menschlicher und völkerverbindender Zielsetzung, die (noch) einmalig ist! Lassen sie sich dieses Ereignis nicht entgehen!

Albrecht Gaiser, AG 5 der Lokalen Agenda 21

Ansprache zu ODEHE Dance Company am 11.07.2002

Zu einer kleinen Nacht mit Musik darf ich sie im Namen des Schulvereins, des AK LES, der AG 5 lokale Agenda herzlich willkommen heißen.
Eine Nacht, ein Abend mit geballter Hoffnung, vielen Erwartungen, Offenheiten und Zukunftsplänen. Ermöglicht haben diese Veranstaltung einige Sponsoren, denen ich hiermit ein großes Dankeschön aussprechen möchte:

  • z. B. Firma OPTRON, Hilfsmittel für Sehgeschädigte
  • Herr Heidenwag, Pardio-Parkett-Studio
  • Viele Beachvolleyballer

Ökologische, ökonomische und soziale Belange sollen nach den Statuten der Lokalen Agenda 21 in Einklang gebracht werden. Das heißt globale Partnerschaft und weltweit Boden, Wasser und Luft zu schützen. Dies berücksichtigen wir mit dem Getränkeangebot: Mineralwasser ohne große Anfahrtswege, Apfelsaft aus einheimischen Streuobstwiesen, fair gehandelter Fruchtsaft von der GEPA.
In der Kürze der Zeit könnte der Agenda-Prozess auf die Formel gebracht werden:
Weitung des Begriffes Familie mit all den Verantwortlichkeiten und emotionalen Bindungen, die diesem Begriff innewohnen! Nicht nach mir die Sintflut und Kopf in den Sand!
Konkret wird dies, wenn junge Menschen aus Korntal junge Menschen aus Ghana musikalisch auf ursprünglich afrikanischen Instrumenten begrüßen! Begegnung der Kulturen auf einer Ebene, ohne Nord-Süd-Gefälle, ohne Hierarchie, sondern voller Empathie und gegenseitiger Respektierung, gespannt offen, neugierig auf Fremdes, noch weniger Bekanntes, aber bereit zur nachhaltigen Zusammenarbeit.
Wir sind gespannt auf die Darbietung von ODEHE und offen für eine weitere Vernetzung in der Hoffnung, dass die Hefe gärt und schafft, anregt und begeistert. Weitere gemeinsame Schritte wären wünschenswert: z.B. Workshops in 2003/2004 mit ODEHE in Korntal-Münchingen mit Schulen, VHS und Jugendhäusern etc.
Ein weiteres konkretes Beispiel der Vernetzung von Korntal-Münchingen mit Ländern in Übersee könnte dies bedeuten, neben vielen Beispielen, die bereits bestehen wie z. B.

  • Dorf der Freundschaft in Hanoi/Vietnam
  • Ocotal-Projekt in Nicaragua, lobenswert die Unterstützung des Abi-LK Kunst mit einer Spende von 235.- € für diese Projekt
  • Christoffel-Blinden-Mission in vielen Ländern
  • Nun auch ODEHE Ghana

Die Adern Lateinamerikas wurden vor 510 Jahren unschön geöffnet, viele Kulturen mussten dem Kolonialismus sprich Großgrundbesitzaneignung weichen und gingen verloren. Deshalb haben auch wir die Pflicht, beständige Kulturerhaltung zu unterstützen, wo dies mit eigenen Kräften schon geschieht, wie durch ODEHE in Accra, in dem Straßenkinder in die eigene Kultur ihres Landes eingewiesen werden und dadurch die Möglichkeit zur eigenständigen Lebensführung in Würde erhalten. Deshalb dürfen sie gerne neben den geringen Eintrittskosten auch Spenden an der Kasse in die bereitgestellten Körbe geben, um die Arbeit von ODEHE nachhaltig zu fördern.
Nun aber keine weiteren Worte, sondern Musik "wooden music" von Sound Venture Korntal und dann ODEHE Dance Company from Ghana, a big welcome!

Albrecht Gaiser, Korntal, den 10.07.02

Bericht fürs Amtsblatt über eine Veranstaltung am 4.5.2002:

Bericht der AG 5 "Korntal und die Vernetzung mit Ländern in Übersee" - ein konkretes Beispiel

Im Vordergrund - im Hintergrund, was fokussieren wir?
Beim 8. Korntaler Familien-Cup für badmintonbegeisterte Generationen war klar, dass das sportliche Tun im Vordergrund stand. Jede/r wollte ihr/sein Bestes geben, um auf den vorderen Rängen sich am Ende plazieren zu können. Das ist gut so, Niederlagen und Siege zu akzeptieren will gelernt sein.
Im Hintergrund stand die Weite des Mottos "Badminton ist für alle da". Dies heißt am Weltladentag selbstverständlich, die Möglichkeit fairgehandelte Produkte kundennah anzubieten.
Ein kleiner Schritt, um faire Produkte an die Frau/den Mann/die Familie zu bringen, nein nicht der €uros wegen, sondern um das Bewußtsein für die Produktion unserer Konsumartikel zu sensibilisieren. Eine Handreichung dazu bietet befindet sich in Arbeit.
Zum 5.Male seit 1998 gibt die Badmintonabteilung die Einnahmen aus dieser Veranstaltung an soziale, wohltätige Projekte weiter. Dieses Jahr wie 1999 an das Dorf der Freundschaft in Hanoi/Vietnam! Vor drei Jahren konnte uns George Mizo, der Initiator dieses Dorfes, authentisch informieren. Nun ist er im März 2002, wohl auch an den Folgen von Agent Orange (Entlaubungsgift) gestorben. Sein Geist, seine Persönlichkeit leben in uns weiter.
Seine Idee der Sühne und der Versöhnung, der mitmenschlichen Globalisierung, entspricht auch unseren Zielvorstellungen.
Hintergünde sind so wichtig wie Vordergründiges!
Interessierte, die in dieser Arbeitsgruppe mitwirken möchten, sind herzlich willkommen.
Albrecht Wittmann (Telefon 07 11 83 31 96) und Albrecht Gaiser (Telefon 07 11 83 77 74) geben gerne Auskunft!

Bericht der AG 5, "Vernetzung von Korntal-Münchingen mit Ländern in Übersee" für eine Sitzung des Ältestenrates am 18.03.2003

Unsere Umsetzungen:

  1. Erstellung und Verteilung eines Einkaufsführers für Korntal-Münchingen über fairgehandelte Produkte
  2. Mitwirkung bei der Organisation eines Konzertes mit ODEHE Dance Company aus Ghana am 11.07.2002 in der Aula des Gymnasiums und Planung einer Projektwoche mit diesen Künstlern vom 05.10. bis 11.10.03 in Korntal-Münchingen zusammen mit der Christuskirche Korntal, 3.Weltladen e.V., VHS, Gymnasium Korntal, LA 21 AG5.
  3. Projektunterstützung in Nicaragua bis 2002 in der Region Ocotal für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen in der gemeindenahen Rehabilitation. Ab 2003 das Frauenzentrum "Casa de la Mujer" in Bocana de Paiwas, Zelaya - Nicaragua.
  4. Die Umsetzung einer Städtepartnerschaft Korntal-Münchingen mit einer Gemeinde in Übersee haben wir mit KATE diskutiert, aber als eine Nummer zu groß für uns abgelegt! Wenn wir dazu aber Anregungen aus der Gemeinde oder dem Stadtrat erhalten, so sind wir dieser Vision nach wie vor zugeneigt!
  5. Planung eines Gottesdienstes in der Christuskirche zum Thema "Globalisierung" ist in den Anfängen!
  6. Die Kooperation mit anderen AGs der LA 21 in Korntal-Münchingen ist ebenfalls vorhanden z.B. Energie und Umwelt (AG 4) und Soziales (AG 3).

Lassen sie mich zum Abschluss meine Gedanken zu einer (entwicklungs-) politischen Relativitätstheorie ausführen:
Welche Auswirkungen global-lokal hat es, wenn ich ein Pfund fair gehandelten Kaffee kaufe und dazu aufrufe? 99 % des Marktes sind nicht fair gehandelter Kaffee. Ein kleiner Schritt, der gegen 0 gehen könnte, aber auch gegen 100 %!

Welche Auswirkungen global-lokal hat es, wenn eine Grundstücksfläche maximal zu 37,5 % überbaut wird! Ein kleiner Schritt, der gegen 0 gehen könnte, aber auch gegen 100 %!

Welche Auswirkungen global-lokal hat es, wenn eine PV-Anlage in Korntal-Münchingen erstellt wird? Ein kleiner Schritt, der gegen 0 gehen könnte, aber auch gegen 100%!

Welche Auswirkungen hat es global-lokal, wenn eine Sitzbank vor dem Einkaufsmarkt errichtet wird? Ein kleiner Schritt, der gegen 0 gehen könnte, aber auch gegen 100 %!

Welcher Beobachter richtet seinen Blick auf Kaffee, auf Grundstücksbebauung, auf PV-Anlagen, auf Bänke? Wie werden die Beobachter von Beobachtern respektiert?

Können wir zu gegenseitigem Vertrauen gelangen, das die jeweilige Verantwortlichkeit und Sachlichkeit respektiert?
Wir sind mit der AG 5 weit weg von Korntal-Münchingen, deshalb leicht zu dulden, da unsere Zielsetzungen das Gemeindeleben hier nur unverbindlich berühren. Politisch sind wir unbedeutsam, weil visionär und harmlos!
Es stünde dem Generationenvertrag gut an, unsere Zielsetzungen trotzdem zu respektieren, die ärmere Weltbevölkerung nicht außer Acht zu lassen, sondern die globalen Vernetzungen zu reflektieren.
Lacht nicht mancher arbeitslose Hungerleider in Nicaragua über unsere luxuriösen Diskussionen über "Gehwegerweiterung" oder Bebauungsdichte!
Die Konnotation unserer gemeinde-strukturellen Probleme ist für das Überleben von 500.000 Menschen in den Slums von Nairobi eine Farce, die keine WC-Anlagen, geschweige denn Kläranlagen, benutzen können.
Insofern müssen wir unsere Wirklichkeiten und Entscheidungsmöglichkeiten relativieren. 0,7 % unseres Haushaltes für Entwicklungshilfe als Richtwert in Rio beschlossen ist fern jeglicher Realisierung. Es stünde uns also insgesamt gut an, ein Öko-audit oder Global-fair-audit der Stadt Korntal-Münchingen auf breitester Basis zu diskutieren und zu realisieren, praktisch eine Leitbilddiskussion für unsere Gemeinde lokal und global.

Albrecht Gaiser