Blühstreifen – Blumenwiesen – Blütenecken im Garten

Unser Beitrag gegen das Insektensterben!

(a.l.) Was lange Zeit nur von Wenigen wahrgenommen wurde, ist jetzt in der politischen Diskussion angekommen: ein dramatisches Insektensterben. Fehlende Nahrungsquellen und unbeeinflusste Lebensstätten sind der Grund für den dramatischen Rückgang. Weil im Ökosystem alles mit allem zusammenhängt, sind davon auch die Beutetiere und von der Bestäubung abhängige Pflanzen betroffen. Letztendlich steht am Ende der Nahrungskette der Mensch, der ohne bestäubende Insekten auf manches Obst und Gemüse verzichten müsste.

Zunächst wurde der Fokus auf die Honigbienen gerichtet und in der Öffentlichkeit diskutiert, jedoch sind natürlich auch die spezialisierten Wildbienen und sonstige Insekten sehr stark betroffen. Der Rückgang der Vogelwelt steht damit ebenfalls in direktem Zusammenhang, so die einhellige Aussagen der Vogelexperten.

Problem erkannt, Problem gelöst! So einfach ist es leider nicht, und dennoch kann jeder einen kleinen Beitrag leisten.

In Korntal-Münchingen gibt es dazu einige erwähnenswerte Initiativen, zuvorderst der schon im fünften Jahr angelegte Blütenstreifen entlang der Feldränder. Dieser ehrenamtliche Beitrag einiger Münchinger Landwirte wird von der Bevölkerung sehr gut aufgenommen wie die zahlreichen positiven Rückmeldungen oder die Anfragen nach der Samenmischung beim Initiator und Organisator Herbert Schmalrzidt und der städtischen Projektpartnerin Angelika Lugibihl zeigen. In einer nach der Ernte blütenarmen Feldflur finden nicht nur Honigbienen und Wildbienenarten in Klatschmohn, Malve, Schmuckkörbchen, Ackerrittersporn und Kornblume Nektar, nein, auch zahlreiche Schmetterlinge, Hummeln und Spinnen tummeln sich zu Hauf im Blütenstreifen.

Neun Münchinger Landwirte machen das möglich und stellen die Blühstreifen an Ihren Ackerrändern zur Verfügung: Otto Bauer, Armin Hönes, Karl Hof, Eberhardt Hönes und Klaus Hönes, Roland Kühn, Dietmar Schmalzridt, Karl Schmid und Obmann Friedrich Siegle. Das Erscheinungsbild der Blühstreifen ist immer wieder unterschiedlich, das hängt nämlich sehr stark vom Standort, der Vorfrucht und der aktuellen Hauptfrucht, der Pflege und der Witterung ab.

Leider ist die gemeine Ackermelde ist in diesem Jahr auch im Blühstreifen ein Problem. Schröpfschnitte können Abhilfe schaffen, wie Herbert Schmalzridt bei seinen eigenen Streifen unlängst, erfolgreich getestet hat.

Auch im Stadtgebiet tut sich seit einigen Jahren etwas: die Blumenwiesen werden vom städtischen Bauhof immer weiter ausgedehnt. So sind in diesem Sommer zusätzlich im Bereich der Stadthalle und der neuen Stadtmitte auf einem noch freien Baugrundstück bunte Blumenwiesen erstmals zu genießen.

Baugrundstück bunte Blumenwiesen erstmals zu genießen.
Wichtig ist, dass jegliche Nahrungsquelle und Schaffung von kleinen Ersatzlebensräumen der Tierwelt willkommen ist. Im Garten könnte das Motto heißen: Weniger Pflege ist oft mehr: einfach eine Ecke mit Wildkräutern und

Schnittgut belassen, einen kleinen Steinriegel anlegen, Obstbäume pflanzen und möglichst natürliche, also ungefüllte pollenspendende und samenbildende Blumen im Garten etablieren. Sie werden staunen, wie lebendig Ihr Garten wird. Naturerlebnis pur beispielsweise am Vogelbad an heißen Sommertagen.

Blühaspekte der “Veitshöchheimer Sommertöne“ im August 2017
Initiator und Organisator
Landwirt Herbert Schmalzridt
die städtische Projektpartnerin Angelika Lugibihl